Moray und Salinas de Maras

Wie bleiben weiter auf der Hochebene und fahren nach Moray, wo es in einem Trichter konzentrische Terrassen gibt. Sonst nichts. Keine Stadt, keine weiteren großen Anlagen. Nur die Terrassen:

Dazu gibt es zwei Theorien: Erstens, es handele sich um ein agrarisches Versuchslabor. In verschiedenen Tiefen und Ausrichtungen kann man damit vielleicht herausbekommen, wo wie welche Pflanze am besten wächst. Klingt interessant und könnte vielleicht die Frage klären, warum sie überhaupt diese perfekten Terrassen gebaut haben. Haben sie Vorteile ähnlich wie die Weinbergsterrassen bei uns? Wärmespeicher? Witterungsschutz? Abfluss kalter Luft?

Die zweite Theorie sagt, dass es eine Kultstätte für Mutter Erde ist (Frauenverstehertheorie).

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Da wir noch Zeit haben, besuchen wir noch schnell die Salzsalinen von Maras – und sind erstmal ob der Größe der Anlage erschlagen. Aus dem Berg kommt warmes und extrem salzhaltiges Wasser, welches dann hier in den Becken verdunstet:

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Endlich ein trockener Tag und wir Zelten auf der Hochebene – wenn auch nicht ganz allein:

Ausblick:

Wir hatten es Abends nochmals mit dem Spirituskocher versucht, um einen Nudelsnack zuzubereiten. Immerhin waren wir hier nur auf 3300 m Höhe und es hatte ja vorher einmal auf 3500 m gerade so geklappt (wenn auch nur am Abend. Am Morgen ging nichts.)

Also habe ich mit allen Tricks von Anke es versucht und brachte eine kleine blaue Flamme zustande, die beim kleinsten Liftzug ausging. Nach 10 min Hoffnung und ein paar Neustarts des Kochers ging nichts mehr. Der Spiritus lies sich überhaupt nicht mehr entzünden. Der Kocher war auch in den 10 min nur handwarm geworden; ich konnte ihn mit der Hand herausnehmen.

In diesen 10 min war es kälter und feuchter geworden. Ich nehme an, dass das der Hauptgrund war. Und damals auf 3500 m waren wir noch im trockenen Wüstenteil von Peru. Insofern gab es abends lecker Salat und morgen lecker Müsli!

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Chinchero und Inkatrail

Cusco mit dem Auto zu verlassen war genau so schwierig, wie hineinzukommen. Aber mit GPS, Erfahrung und einem kompetenten Beifahrer klappt auch das. Ziel waren die Inkaruinen von Chinchero 30 km westlich von Cusco. Wie sich das gehört, thront über den Ruinen nun eine Kolonialkirche. Darunter Reste von Gebäuden und ein großer freier Platz:

Daneben dann die berühmten Terrassen. Hier perfekt rechtwinklig und symmetrisch angeordnet.

Wozu?

Wenn man sich die Gegend rund um diese Inkastadt anschaut, dann sieht man weite Flächen mit Feldern bis zum Horizont.

Es besteht hier keine agrarökologische Notwendigkeit für diese Terrassen. (Das mag in Machu Picchu anders sein.) Und gegenüber am Hang gibt es auch Terrassen, aber viel „unkünstlicher“, sich dem Hang anpassend.

Fragen über Fragen … ohne Antworten.

Statt dessen gehen wir ein Stück des Inkatrails von Chinchero nach Urquillos (grün), aber nur bis zu dem Punkt, wo sich die Täler vereinigen (rot). Wir wollen nicht alles wieder hochlaufen! 😏

Fotos und Profil hier:

Wikiloc: Inkatrail

Aufbruch aus Cusco

Heute (16.1.) verlassen wir Cusco (3500 m) Richtung Valle Sagrado (2900 m). Für gestern war ja nur Regen angesagt; es war zwar der ganzen Tag bewölkt, aber geregnet hat es nicht. Insofern hoffen wir, heute endlich mal wieder Zelten zu können. Inwieweit man da ein stilles Plätzchen findet, wird sich zeigen.

Wir müssen quasi 1 1/2 Tage „rumbringen“, bevor wir zu Machu Picchu aufbrechen. Da wir keine Tour gebucht haben, sondern alles selbst organisiert haben, hat das etwas länger gedauert. Man muss zuerst ein Zugticket erwerben nach Aguas Calientes, die neu errichtete Schlafstadt, von der aus man zum Machu Picchu entweder zu Fuß oder mit einem Buschen aufbricht. Nach Aguas Calientes kommt man nur mit dem Zug (oder zu Fuß über den Inkatrail). Wenn man das Zugticket hat, dann kann man das Eintrittsticket für Machu Picchu erwerben.

Die meisten fahren am Abend mit dem Zug nach Aguas Calientes, übernachten dort, laufen früh um 4:30 hoch, um den Sonnenaufgang zu erleben, und fahren Nachmittags dann wieder zurück. Wir haben uns für eine zweitägige Übernachtung entschieden (17.1 bis 19.1.). Das wird dann hoffentlich nicht so stressig und das mit dem Sonnenaufgang ist sowieso zur Zeit ziemlich unwahrscheinlich.

Über die Zimmer dort ließt man Schreckliches. Kein Wunder, die Hotels haben kein Problem ihre Zimmer voll zu bekommen bei dem Massenansturm von Touristen. Insofern habe ich das Budget dann doch verdoppelt und etwas hoffentlich Vernünftiges gefunden. Wir werden sehen.

Den Aufstieg zum Huayna Picchu konnten wir leider nicht mehr bekommen. Ist reduziert auf 400/Tag, dafür aber den Aufstieg zum Cerro Machupicchu (800/Tag). Machu Picchu selbst ist limitiert auf 2500/Tag. Jetzt in der Nebensaison kein Problem.

Cusco

Die Länge dieses Beitrags ist antiproportional zu seiner Bedeutung.

Cusco ist super!

Es macht unglaublichen Spass, durch die Altstadt zu schlendern, Innenhöfe zu inspizieren, Kirchen und Museen zu besuchen, Restaurants und Cafés auszutesten. Aber zeigen kann ich euch davon wenig.

Entweder Fotografieren ist verboten oder mir ist gerade nicht danach.

Habe ich jemals behauptet, die Kirchen in Portugal seien prunkvoll? Die Kathedrale von Cusco schlägt sie alle … um Längen. Das kann man nicht beschreiben. Könnte der Staat Peru alle Schätze dieser Kathedrale verkaufen, Peru wäre schuldenfrei.

Habe ich jemals behauptet, Berlin hätte hippe Kneipen? Sind alle ein Witz gegenüber dem Falling Angel – und das Essen lässt jeden Sternekoch erblassen!

Wegen all diesem und weil am Sonntag zwei wichtige Museen geschlossen waren und weil das Büro für die Machu Picchu Tickets geschlossen war und weil es morgen den ganzen Tag regnen soll und weil uns unser Hotel so gut gefällt, haben wir um einen Tag verlängert. Das Valle Sagrado de los Inkas muss warten.

Zum Abschluss wenigstens ein paar Bilder von unserem Hotel:

Zufahrt zum Hotel

Je näher wir dem Hotel kamen, umso mehr wurde klar, was Lage in der Altstadt bedeutet. Zwar hatten wir ein Hotel mit Parkplatz gebucht, das heißt aber nicht, dass der Parkplatz neben dem Hotel sein muss.

Zuerst war aber die Schwierigkeit, überhaupt zum Hotel zu kommen. In dem Einbahnstraßengewirr hatte mein Navi leider einen Aussetzer – und schon war das Hotel wieder weit weit weg. Also irgendwo am Rand der Altstadt halblegal geparkt (gelbes Kreuz) und zum Hotel (grünes Kreuz) gelaufen.

Der Parkplatz befinde sich hinter dem Haus (rotes Kreuz) und man erreiche ihn auf diesem Weg (rot auf der Karte).

20 Meter Luftlinie, 9 Kurven, mit unserem schwarzen Monster, durch diese Altstadt! Wir sind den Weg heute Abend nochmals abgelaufen und haben jede Kurve dokumentiert. (Bei der ersten musste Rune aussteigen und einweisen.)

Espinar – Cusco (230 km)

13. Januar. 4 h für 230 km, und das obwohl wir dieses Mal fast nur Teerstraßen hatten. Ein reiner Transfertag. Mittagspause auf der Brücke am Fluss.

Die Landschaft hier war nicht wirklich berauschend. Zuerst grasgrüne Hügellandschaften wie in Irland – nur auf 4000 m Höhe, dann Täler wie in den Rockys oder Alpen.

Das Verbindungstal von Cusco nach Puno (Titicacasee) ist dicht besiedelt, langweilig und viel befahren. Sehr nervig zum Autofahren. Und das müssen wir alles auf dem Rückweg fahren. Ich freu mich drauf …

15:00 Uhr Ankunft in Cusco in unserer Unterkunft Hotel Arqueologo

Chivay – Espinar (160 km)

12. Januar. Das, was wir eigentlich gestern nach der Wanderung tun wollten, dazu aber viel müde waren, haben wir nach dem Frühstück nachgeholt. Boa, hätte das gestern gut getan!

Kurz vor Mittag dann begann die Fahrt nach Cusco. Durch ein Gebiet, über das kein Reiseführer etwas berichtet.

Eigentlich wollten wir zelten, aber …

In der 7. Klasse lehre ich immer den „typischen Tag im Regenwald“: morgens Sonne, dann Wolken, dann Gewitter. Jeden Tag der gleiche Ablauf. Im Regenwald in Ecuador war das nicht der Fall, aber hier in den Hochanden: Jeden Tag morgens Sonne, dann Wolken, dann Gewitter. Insofern:

Ohne Worte!

Vulcán Ampato

Heute ist der 14. und wir sind inzwischen in Cusco. Hier haben wir gutes Internet und ich springe zurück zum 11. Januar.

Nach dem Frühstück sind wir von Chivay die Straße nach Arequipa zurückgefahren bis zu einer Höhe von 4800 m (grünes Kreuz). Dann auf einem Offroad-Weg ca. 1 h lang durch die Hochebene gefahren bis zum blauen Kreuz auf 4450 m Höhe. Von hier kann man bei gutem Wetter die drei Vulkane Ampato (der südlichste), Sabancaya (daneben) und weiter hinten den Hualca Hualca sehen – alle knapp 6000 m hoch.

Wir starteten bei Sonnenschein, aber die Vulkane selbst waren meist von Wolken umhüllt.

Kurz nach dem Start wieder ein kleiner Ausbruch des Sabancaya:

Das Ziel war, so weit hinaufzukommen bis zu einer Höhe von 5000 m und dabei so viel und so gut es geht die beeindruckende Landschaft zu genießen. Die ganze Wanderung kann man hier nachverfolgen:

Wikiloc 2

Der Rückweg würde ein wenig „nasty“, da uns die Wolken längst umschlossen hatten. Mit Hagel und Schnee erreichten wir glücklich, zufrieden und ziemlich fertig wieder die Teerstraße. Danach ging es sofort ins Bett zum Aufwärmen und Ausruhen. Das Abendessen viel aus.

Cañon de Colca

Was ist der tiefste Canyon der Welt? Der Grand Canyon? Nicht nach peruanischer Lesart: Hier wird die Tiefe relativ zu den umgebenden Gipfeln gemessen und herauskommt der Cañon de Colca! Gleiches gilt auch für den Cañon de Cotahuasi. Peru hat also sogar zwei tiefste Canyons der Welt! 😏

Hier zwei Panoramabilder:

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er im Detail: Es geht hier 1200 m direkt nach unten. Da unten soll es Lodges und Zeltplätze geben, erreichbar nur zu Fuß. Eigentlich ein "Muss", da runter zu laufen. Aber nicht nach erst drei Tagen Höhenakklimatisierung.

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ussaufwärts wird es nun so eng, dass man auf ein paar Kilometern links und rechts keine Siedlungen hat … und damit ist dieser Ort ideal für:

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ter diesem Link

https://de.wikiloc.com/routen-wandern/cruz-del-condor-21980887<<
ndet ihr unseren Spaziergang mit Fotos. Wir haben wirklich mehrere Kondore gesehen, zum Schluss sechs auf einmal. Einer segelte sogar knapp 20 m an uns rechts vorbei. "Natürlich" hat man in so einem Moment den Foto nicht griffbereit. Und auf den anderen Fotos sieht man nur schwarze Punkte.

Bemerkung: In der Trockenzeit müssen hier täglich hunderte Touris sein, angekarrt von Bussen aus Arequipa im Rahmen eines Tagesausflugs. Die spinnen, die Touris! Im ganzen Tal sehen wir mehrere geschlossene bzw. aufgegebene Hotels. Von den Tagestouristen profitiert das Tal wenig. Natürlich gibt es aber auch viele Rucksacktouristen, die mit dem Bus kommen und hier mehrere Tage wandern. Leute, die wie wir mit dem eigenen Mietwagen unterwegs sind, habe ich eigentlich noch nicht gesehen.

Weiter flussaufwärts öffnet sich der Canyon wieder und damit Raum für die menschliche Besiedlung.

Das letzte Foto zeigt Chivay (3600 m), das Ende unseres Tages. Das Bild stammt vom Tag darauf: Sonnenschein! Bei unserer Ankunft regnete es aber und so suchten wir uns in Chivay eine Unterkunft.

Das mit der Regenzeit könnte ein Problem werden. Der typische Tagesablauf in den Hochanden in der Regenzeit (Januar bis März) scheint so auszusehen: morgens Sonne mit bis zu 20°C, dann Bewölkung, abends Regen bei bis zu 5°C. Gut für morgendliche Unternehmungen, schlecht fürs Zelten.

Arequipa – Cabanaconde

Wir wollen in den Cañon de Colca. Wir haben uns für im Uhrzeigersinn entschieden und sind erst einmal nach Südwesten in die Wüste gefahren (2000 m), dann auf der Panamericana nach Nordwesten und schließlich direkt nach Norden von der Hochebene der Wüste hinein ins wüstenhafte Gebirge. Insgesamt 260 km. Mit dem Verlassen der Panamericana Schotterpiste, aber mit unserem Toyota Fortuner (130 kW) kein Problem.

Die beiden Fotos oben zeigen den Aufstieg zum Pass, die nächsten Bilder zeigen die Landschaft hinter dem Pass:

Übernachtet auf 3500 m. War nicht so geplant, eigentlich waren eine Höhe von 3000 m anvisiert für die dritte Nacht. Rune hat Kopfschmerzen, mir geht es bisher erstaunlich gut. Kein Vergleich zu Chile letztes Jahr. Muss daran liegen, dass wir auf körperliche Anstrengung verzichtet haben.

Wir werden diese Höhen so schnell nicht mehr verlassen. Insofern werden wir heute den Canyon entlang fahren und Fotostopps mit kleinen Walks einlegen. Aber keine lange Wanderung, die man hier super machen könnte. Wir wollen darüber dann morgen entscheiden, wenn wir sehen, wie es uns geht.

Kochen mit dem Tangria-Kocher geht leider gar nicht. Mit 96 % Ethanol sollte das eigentlich gehen. Kann eigentlich nur an der Höhe liegen. Insofern kein Café am Morgen 😭. (Hat hier jemand Tipps? Anke, wie war das bei uns letztes Jahr?)

Sitzen dafür jetzt in einem Café am Plaza de Armas in Cabanaconde.