Kartoffelferien Tag 9 – Heimfahrt

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Um halb 9 das Hotel verlassen, um 18:00 Uhr zuhause gewesen (mit Auto abgeben und Einkaufen). Zwischendrin aber eine längere Essenpause eingelegt.

Es lebe TripAdvisor! Mal kurz die Autobahn verlassen, in ein malerisches Seitental fahren und im Nirgendwo im Wald ein Edel-Restaurant finden – auch wenn es nicht so aussieht:

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Blick in den Wald. Über einem die Papageien, die sich wie immer und überall über irgendetwas streiten. Und dann noch irgendein „Fasan“.2734

An der Kasse gibt es diesen Schrank. Für jeden Tisch gibt es eine eigene Schublade:

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So, des woars!

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Kartoffelferien Tag 8 – Ouro Preto

Naja, kann sein, dass ich am Ende der Reise bin und schon so vieles schönes gesehen habe. Vielleicht habe ich aber in Portugal schon zu viele dieser schönen Orte gesehen. Vom Hocker gerissen hat mich das hochgerühmte Ouro Preto nicht.

War DIE Goldader des portugiesischen Kolonialreiches, Ausgangspunkt einer Verschwörung gegen die Krone und bis 1897 Hauptstadt von Minas Gerais. Danach wurde hier nichts mehr gebaut. Und das ist natürlich der Charme. Eine Stadt ohne Hochhäuser und Industriebauten. Das ist für brasilianische Verhältnisse natürlich super. 

Aber Anyway! Ist mir zu voll, zu laut, zu viele Backpacker, zu wenig gute Restaurantes. Werde versnobt. Würde Tiradentes für einen zweiten Besuch vorziehen. 

Aber urteilt selbst:

Kartoffelferien Tag 7 – O ceu! Ouro Preto

Mann, war da heute an der Lagune viel los. So viel Verkehr für einen Donnerstag Vormittag. Naja, so sind sie halt, die reichen Brasilianer. Viele Familien im Park beim Grillen. Hmmh. Andauernd Feuerwerksböllerei aus allen Richtungen. In Rio würde ich da eher an Militär und Favela denken, aber hier in Belo Horizonte? 

Klick! Groschen fällt!

Heute ist Feiertag, na klar! Nossa Senhora Aparecid – Schutzheilige Brasiliens.

Jetzt wird mir auch klar, warum die Unterkunftsuche für heute und morgen so schwierig war. (Habe alle Unterkünfte am Tag vorher gebucht.) Habe für Ouro Preto nichts für zwei Nächte gefunden.


Entweder Hostel, Gemeinschaftsbett für schlappe 60 R$ oder … richtig viel Geld ausgeben.

Letzteres – Logo!

Ist aber nicht im Ort, sondern irgendwo weiter oben. Nachdem man quasi ganz oben an allen Häusern vorbei ist, fährt man 2 km auf so einer Straße und fragt sich die ganze Zeit, ob man richtig ist oder nicht.


Dann kommt ein Tor und man sieht Gebäude.


Was dann aber kam, verschlug mir den Atem: Oben auf der Kuppe ein malerischer Platz, Haupthaus und Chalets – davon eines für mich!


Mein Arbeitsplatz:


Impressionen aus dem Haupthaus:


Vorgelagert ein Pavillon für größere Feste, Pool und Aussicht – into the wild:



Liebes Ouro Preto! Du kannst mir heute gestohlen bleiben! Ich bleibe nur hier! Ich geh hier nicht weg! Das hier ist so … großartig, da muss die UNESCO Weltkulturerbestadt bis morgen warten.


Nachtrag: into the wild ist ein Feuer ausgebrochen. Es brennt immer noch: 


Anyway:

Kartoffelferien Tag 7 – Oscar und Roberto

Ich hatte erst gezögert, ob ich noch kurz im Stadtteil Pampulha vorbei schaue, aber es hat sich gelohnt. Rund um die Lagune hatten sich in den 40ern die beiden damals noch jungen und unbekannten Oscar Niemeyer (modernistischer Stadtarchitekt) und Roberto Burle Marx (moderne Landschaftsarchitektur) ausgetobt: 

Casa do Baile


Der Stadtteil rund um die Lagune … da kann man leben. 

Igreja São Francisco de Assis


Bei so viel Beteiligten Kommunisten ist klar: Wenn, dann Franz von Assisi. 

Skizzen von Oscar:

Azulejos auf der Rückseite:


Der Ecopark hingegen hat schon bessere Zeiten gesehen. Inhotim (auch Robertos Werk) hat hingegen mit Bernardo Paz einen Mäzen, der jährlich 60-70 Mio gibt für die über 1000 Angestellten. 


Oscar Niemeyer
Roberto Burle Marx
Bernardo Paz

Kartoffelferien Tag 5 – GROßARTIG

Inhotim ist ein Park …


… in dem zwei Dutzend Museumspavillions zu finden sind. Mal klobig, mal elegant, mal versteckt, mal dominant, mal riesig, mal klein.


Das Gelände ist riesig. Da arbeiten wahrscheinlich mehr Gärtner, als in allen Berlin-Brandenburger Gärten zusammen. Und weil die Entfernungen auch weit sind, gibt es Shuttle Service mit Golfkarts! Für 500 R$ kann man sich auch seinen privaten Chaffeur mieten.

So sehen die Haltestellen aus:

Und so glückliche, aber auch müde Passagiere:
Parkplan
Kunst unterwegs:


Und nun zu ein paar Impressionen zeitgenössischer Kunst (vieles lässt sich fotografisch nicht oder nicht gut darstellen. Insofern nur eine Auswahl):


Ich bin immer noch restlos begeistert von diesem Tag. Kein Park war je arkadiengleicher, kein Museum vielschichtiger. 

INHOTIM

Unter den Top 10 Orten, die ich bisher auf dieser Erde gesehen habe!

GROßARTIG!

Kartoffelferien Tag 3 – Weine und Kohlen

Tiradentes ist ein Museumsstädtchen aus der guten alten Plantagenzeit. So weit jwd, dass das Örtchen am Fuße der Serra São João keine Transformation erfuhr und vor ein paar Jahrzehnten für den – wohlhabenden – Tourismus entdeckt werden konnte.

Uaithai: Beste Fusionküche! Hätte die ganze Karte rauf und runter essen können. War leider am Sonntag Abend dann geschlossen.


Neben den unzähligen Restaurantes gibt es überall Kunstlädchen und Möbelgeschäfte. Wirklich überall. Am Ortseingang sogar quasi ein modernes Outlet Center für Kunst und Möbel. „Weine und Kohen“ eben!


Kartoffelferien Tag 3 – Travessa

Wie so üblich, steht in den Reiseführern, man solle sich für seine Wanderungen einen Führer mieten. Habe ich auch gemacht – digital! Diesmal war das mit etwas Recherche verbunden. Meine Karten-Apps zeigten allesamt keine Wege an, obwohl es Wanderwege geben müsste. Erst die Suche nach gpx-Tracks führte dann zum Erfolg. Bzw. zu dieser App „wikiloc“:

Als ich da unter „Trails in meiner Nähe“ suchte: 226 direkt vor der Tür. Da war ich baff! Ok, diese App wird also in Brasilien benutzt: Kaufen!

Funktioniert so, dass man sich eine Wanderung sucht, die jemand anderes schon gelaufen ist und aufgezeichnet hat. Diesen speichert man sich dann aufs Handy und läuft ihn quasi nach. Wenn man daneben geht, erfolgt umgehend die Warnung: „Sie verlassen gerade den Trail!“

Hinterher kann man dann seine eigene Wanderung speichern und auswerten:

So, nun zur Wanderung an sich. Hier geht es los … naja, nicht so schön:

Da will ich hoch!


Termitenhügel sieht man hier überall.

Oben auf dem Grat bzw. Sattel.


Blick in die andere Seite. Das sieht landwirtschaftlich schon wesentlich besser genutzt aus.


Panorama nach Norden.

Höchster Punkt.

Blick nach Tiradentes:

Panorama nach Süden.


Badehose vergessen.


Da vorne sieht man mal einen von den vielen blauen Schmetterlingen. Die setzen sich aber nie. Total unmöglich, ein Fote zu machen. Als dieser dann an mir vorbeiflog, habe ich einfach auf gut Glück auf den Auslöser gedrückt:

Ein absoluter Glücksschuss!

Ende in Sicht.


Zurück in der Zivilisation.

Naja, Anflüge von Zivilisation…

Kartoffelferien Tag 2 – nach Tiradentes

Abfahrt nach dem Palácio 12:00, Ankunft 17:00 mit einer längeren Pause. 265 km. Wir nähern uns den Karten-App Angaben. Habe den Ausschnitt so gewählt, dass man das Ziel der Reise sieht: Belo Horizonte.

Der Weg nach Tiradentes war deprimierend. Hinter dem NP bei Petrópolis ist es vorbei mit Natur. Alles abgeholzt, alles quasi eine Weidefläche. Nun ja, wir in Europa haben auch alles abgeholzt und in Agrarwüsten verwandelt. Bei so wenig Rindern, wie ich aber gesehen habe, muss der Flächenertrag im Vergleich zum ökologischen Verlust verschwindend sein. Und mitten drin ein moderner Industriebau von Nestle. (Alles ohne Foto)

In Tiradentes super passend zur Abfahrt der angeblich ältesten funktionierenden Dampflok der Welt:

Seltsame offene Feuerstelle an der Unterseite …


Meine Unterkunft hier für zwei Nächte:


Mal sehen, ob ich hier zum Korrigieren kommen. Morgen wird aber erst einmal gewandert.